Die Rückkehr des ePapers auf mygazines.com

Die Frage stand ja schon länger im Raum: „Was tun mit den Printausgaben, wenn man alles im Netz findet?“. Einige Anläufe gab es schon in der Vergangenheit. Mich persönlich hat das nicht hinter dem Ofen hervorgelockt. Da schaue man sich nun ein Portal wie mygazines.com an. Offensichtlich illegal, wie der Newsdienst heise meldet.

Was bietet das Portal? Eine ordentliche Menge an sauber eingescannten Zeitschriften, die man auf einer in flash9 gehaltenen Oberfläche komfortabel durchblättern kann. Ich habe kritisch hingeschaut und finde rein gar nix zum meckern! 😉  Die Navigation ist intuitiv, die Inhalte können mit User Generated Content angereichert werden und über alle üblichen Schnittstellen mit dem Rest der Online-Welt geshared werden.

Das Portal füllt eine Lücke: Es ist sehr informativ, ohne dass ich lesen muss. In Sachen visueller Erfahrbarkeit von Texten ist Print nach wie vor besser als Online. Das hat so etwas von Wartezimmer beim Zahnarzt, wo ich auch ohne Scham zum Gossip-Schund greife. Die Frage sei erlaubt: Wer hat das Protal erstellt? Die Umsetzung hat einen Level, der nur von Profis gemacht worden sein kann. Oder: Das Portal ist ein Markttest, wo jemand seinem VC beweisen muss, das dieses hier ein super Business ist.

Reinschauen bevor der Stecker gezogen wird:

http://www.mygazines.com

Relaunch von heise.de

Schon erstaunlich: da ist man eine Woche im Urlaub und denkt sich „Was soll da schon Großes passieren?“. Großes passiert ist auch nicht bei heise.de die ihrer Seite ein neues Gesicht gegeben haben. Neu kann hier als weicher Begriff gesehen werden, da sich der Heise-Verlag offenbar entschieden hat, dem Mainstream der Online Zeitungen à la Spiegel und Bildzeitung zu folgen.

Gemeint ist hier die zweispaltige Oberflächenaufteilung, die dem Content zu einer sehr starken Geltung verhilft. Durch die zentrierte Darstellung der Seite liegt heise.de in Punkto Lesbarkeit auch vor den anderen Seiten. Durch den linken Rand ergibt sich ein „Kipp-Effekt“ der den Fokus auf die Inhalte stützt. Beim Spiegel hat man hier eher das Bedürfnis noch etwas nach links scrollen zu wollen 😉

Mit weiteren Änderungen wurde sehr behutsam umgegangen. Die neue Breadcrumb Leiste ist unaufdringlich. Mein persönliches Nutzerverhalten auf heise.de ist ohnehin die des News-Lesers, von daher brauche ich solche Mechanismen eher nicht, schaden tut es aber auch nicht. Abgesehen davon ist die Optik im Jahr 2008 angekommen 🙂

http://www.heise.de

Delicious mit delikatem Relaunch

Social Bookmarks sind heutzutage kein Hexenwerk mehr. Nichtsdestotrotz habe ich erst seit kurzem die Vorteile entdeckt. Umso erfreuter war ich heute über den Relaunch der amerikanischen Seite „Delicious“. Besonders gelungen finde ich die Interaktion beim Taggen neuer Links. Die Interaktion wird mit einem doppelten Autocomplete (eigene und populäre Tags aus der Comunity) ausgeführt, der nur mit dem Prädikat „besonders lecker“ versehen werden kann!

http://delicious.com

„Tageskarte“ bei Spiegel online

Es gibt sie noch – die Mutigen, die bereit sind neue Formen der Navigation einzuführen. So auch geschehen bei Spiegel-Online. Auf den Artikeln befindet sich eine Art Themennavigation mit zeitlicher Dimension. Was zunächst interessant aussieht ist beim zweiten Blick relativ tricky: welche Samstage sind gemeint? Warum ist das in Flash, wo doch alle anderen Navigationselemente es nicht sind? Toll gemeint, „fühlt“ sich aber komisch an…

http://www.spiegel.de/kultur/0,1518,k-7159,00.html

Screenshots machen „For Dummies“

Im Projektleben kommt es immer wieder zu der Situation, einen Screenshot machen zu müssen. Soweit so gut mit dem bekannten Tastenkürzel „ALT GR + Druck“. Aber wie einen Screenshot von einer ganzen Seite inkl. des nicht sichtbaren Bereiches machen? Außerdem nervt es, den Screen erst in ein Grafikprogramm zu laden. Abhilfe schafft hier das Plugin „Screengrab“ für Firefox. Mit diesem Tool werden auf Knopfdruck vollständige Seiten wahlweise in ein PNG exportiert oder in die Zwischenablage kopiert. Einziger Nachteil: es geht nicht mit Flashvideos. Was mir egal ist, da ich so nie wieder aufwändiges Zusammengefrickel von Screens machen muss: Dankeschön Srceengrab! 😉

http://www.screengrab.org

Aurora: Webbrowser der nächsten Generation?

Die UX-Schmiede Adaptive Path hat in Zusammenarbeit mit Mozilla Labs eine Studie für den Browser von Morgen erstellt. Neu ist vor allem das Interaktionskonzept und die sehr visuell gestaltete Suche in eigenen Inhalten. Die gute alte Bookmarkverwaltung – die Dank der eigenen Schlampigkeit ohnehin unbenutzbar ist – präsentiert sich als Screenshot-Repository mit supercooler Suchfunktion. Ein paar Fragezeichen dürften aus meiner Sicht aber schon entstehen, wenn die Kontextmenüfunktion angesprochen wird. Diese ist so klein, dass diese nur mit Bildschirmlupe zu benutzen wäre 😉

Wegweisend dürfte dagegen der neue Ansatz zum Contentsharing sein. Daten sollen universell kombinierbar sein: z.B. die Wetterdaten von der NY Times mit dem Wetterdienst aus Ohio in einer Form des Realtime Mashups. Das erfordert natürlich Standards wie RSS, die durch ihre Einfachheit glänzen. Alle Daumen hoch und anschauen:

http://www.adaptivepath.com/aurora/